Tinnitus und Nahrungsergänzungsmittel: Was wirklich hilft, was nicht, und für wen
- Boris Seedorf

- 8. Juni
- 9 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Juni
Wer aufgrund von Ohrgeräuschen online nach Nahrungsergänzungsmitteln sucht, steht vor einem Berg an Informationen, die teilweise auch noch widersprüchlich sind. Dieses Thema wird in meiner Praxis fast täglich angesprochen: Was davon ist wirklich sinnvoll? Nach Jahren der Arbeit mit Menschen, die von Tinnitus betroffen sind, habe ich eine klare Meinung dazu:
Gut versorgte Körper heilen besser. Wer mit Lasertherapie, Hörtraining oder EMDR an seinem Tinnitus arbeitet, bringt mit einer soliden Nährstoffversorgung andere Voraussetzungen mit als jemand, bei dem es an der Basisversorgung fehlt. Supplements sind keine Therapie, aber sie bereiten den Boden dafür.
Wichtig vorab: Tinnitus ist nicht gleich Tinnitus
Bevor es um einzelne Supplements geht: Tinnitus ist kein einheitliches Krankheitsbild. Hinter dem Ohrgeräusch können völlig unterschiedliche Mechanismen stecken, und welche Supplements sinnvoll sind, hängt stark von der Ursache ab.
Grob lassen sich folgende Formen unterscheiden: lärmbedingter Tinnitus nach Knalltrauma oder dauerhafter Lärmbelastung, stressbedingter Tinnitus mit überaktivem Nervensystem, altersbedingte Presbyakusis mit begleitendem Tinnitus, vaskulärer oder pulssynchroner Tinnitus durch Durchblutungsstörungen oder Bluthochdruck, sowie Tinnitus durch Mangelzustände (Zink, B12, Eisen, Ferritin).
Wer wissen möchte, welche Supplements für ihn persönlich sinnvoll sind, kommt um eine gründliche Ursachenklärung nicht herum. Ein Blutbild kann dabei eine wichtige Rolle spielen.

Magnesium: Der Klassiker, der wirklich etwas kann
Magnesium ist das bekannteste Supplement bei Tinnitus, und das zu Recht. Es reguliert, wie Nerven feuern, und wie gut das Innenohr durchblutet wird. Studien zeigen, dass Magnesiummangel die Anfälligkeit für Lärmschäden am Innenohr deutlich erhöht. Und Lärm ist einer der häufigsten Tinnitus-Auslöser. Eine Phase-2-Studie der Mayo Clinic zeigte, dass Magnesium-Supplementierung die durch Tinnitus verursachte Beeinträchtigung signifikant reduzieren konnte.
Magnesium ist besonders sinnvoll bei lärmbedingtem und stressbedingtem Tinnitus. Bei Stress verbraucht der Körper Magnesium schneller, ein Mangel entsteht schleichend. Empfehlenswert sind Magnesiumcitrat oder Magnesiumglycinat, da diese deutlich besser aufgenommen werden als das günstigere Magnesiumoxid. Übliche Dosierung: 300 bis 400 mg täglich, am besten abends, da Magnesium auch die Schlafqualität verbessern kann.
Zink: Nur bei nachgewiesenem Mangel
Die Haarzellen im Innenohr sind winzige, empfindliche Strukturen, die Schallwellen in Nervenimpulse übersetzen. Zink hält sie am Laufen. Bei einem Teil der Tinnitus-Patienten liegt schlicht ein Zinkmangel vor, und in diesen Fällen kann eine Supplementierung tatsächlich helfen.
Bitte erst den Zinkwert im Blut messen lassen, bevor Sie anfangen zu supplementieren. Zu viel Zink über einen längeren Zeitraum stört den Kupferstoffwechsel. Das wäre ein neues Problem statt einer Lösung. Zink ist besonders relevant bei altersbedingtem Tinnitus, da der Zinkspiegel im Alter häufig absinkt.
Coenzym Q10: Energie für die Haarzellen
Coenzym Q10 (CoQ10) ist eine körpereigene Substanz, die für die Energiegewinnung in den Mitochondrien unverzichtbar ist. Die Haarzellen des Innenohrs haben durch ihre ständige Aktivität einen sehr hohen Energiebedarf, und genau dafür brauchen sie CoQ10. Mit zunehmendem Alter sinkt der körpereigene CoQ10-Spiegel, und auch Statine (Cholesterinsenker) erschöpfen die CoQ10-Reserven deutlich.
Eine Pilotstudie der Charité Berlin zeigte, dass CoQ10-Supplementierung die Tinnitusbeschwerden bei Patienten mit nachweislich niedrigem CoQ10-Spiegel deutlich besserte. Auch eine aktuelle randomisierte Studie (2025) zu altersbedingtem Hörverlust mit Tinnitus (Presbyakusis) belegt positive Effekte auf Tinnitusschwere und Schlafqualität. Wer Statine einnimmt, trägt ein besonderes Risiko: Statine blockieren denselben Stoffwechselweg, über den der Körper CoQ10 herstellt. Eine Metaanalyse von sieben Studien (Kovacic et al. 2025, Journal of Nutritional Science) bestätigt, dass Statine den CoQ10-Spiegel messbar senken – und dass eine gezielte Supplementierung Statin-bedingte Muskelschmerzen signifikant reduziert. Bei Statineinnahme sollte CoQ10 also nicht dem Zufall überlassen werden. Bei Menschen, die Statine einnehmen oder über 60 Jahre alt sind, lohnt sich eine CoQ10-Kontrolle im Blut. Empfehlenswert: 100 bis 200 mg täglich, am besten in einer fettlöslichen Form zum Essen.
NAC und Alpha-Liponsäure: Zellschutz von innen
Diese beiden Antioxidantien verdienen mehr Aufmerksamkeit als sie in den meisten Tinnitus-Artikeln bekommen. N-Acetylcystein (NAC) ist eine Vorstufe von Glutathion, dem wichtigsten körpereigenen Antioxidans. Es schützt die Haarzellen vor freien Radikalen, die durch Lärm, Stress und bestimmte Medikamente entstehen. Eine schwedische Militärstudie zeigte, dass NAC das Risiko für lärmbedingten Hörverlust um 39 Prozent reduzieren konnte, wenn es nach der Lärmexposition eingenommen wurde.
Alpha-Liponsäure wirkt sowohl wasser- als auch fettlöslich und kann damit Zellmembranen besonders effektiv schützen. Sie regeneriert andere Antioxidantien wie Vitamin C und E und kann die Blut-Innenohr-Schranke passieren. Eine Studie zeigte, dass eine Kombination aus Antioxidantien und Phospholipiden bei Tinnituspatienten zu einer messbaren Verbesserung der Symptomatik führte.
Beide Substanzen sind vor allem sinnvoll bei lärmbedingtem Tinnitus und bei Tinnitus nach ototoxischen Medikamenten. Als Prophylaxe nach starker Lärmbelastung ist NAC das wirksamste Supplement, das derzeit bekannt ist.
Ginkgo biloba: Beliebt, aber wissenschaftlich eher enttäuschend
Ginkgo ist das meistverkaufte Tinnitus-Supplement überhaupt. Die Idee dahinter: bessere Durchblutung im Innenohr, weniger Rauschen. Das Problem ist die Studienlage. Mehrere hochwertige Untersuchungen, darunter eine Cochrane-Metaanalyse, fanden keinen messbaren Effekt auf Tinnitus. Die S3-Leitlinie Chronischer Tinnitus spricht keine Empfehlung für Ginkgo aus.
Und dennoch: In meiner Praxis begegne ich immer wieder Patienten, denen Ginkgo tatsächlich geholfen hat. Das lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Es gibt vereinzelte Studien, die für bestimmte Patientengruppen einen Nutzen zeigen, etwa bei vaskulär bedingtem Tinnitus mit Durchblutungsstörungen. Wer es ausprobieren möchte, sollte es mindestens sechs Wochen konsequent einnehmen. Erst nach diesem Zeitraum lässt sich wirklich beurteilen, ob es wirkt oder nicht.
B-Vitamine: Nervenstärkung von innen
Ohne ausreichend Vitamin B12 läuft das Nervensystem nicht rund. Ein Mangel kann Hörstörungen und Tinnitus fördern. Besonders betroffen sind Menschen mit veganer oder vegetarischer Ernährung sowie alle, die Metformin einnehmen, denn das Diabetes-Medikament blockiert die B12-Aufnahme im Darm. Auch Protonenpumpenhemmer (Säureblocker wie Omeprazol), die viele Menschen dauerhaft nehmen, können die B12-Aufnahme beeinträchtigen.
Wer B12 supplementiert, sollte zur aktiven Form Methylcobalamin greifen, nicht zu Cyanocobalamin. Der Körper muss Cyanocobalamin erst umwandeln, was bei manchen Menschen nicht zuverlässig funktioniert. Auch Vitamin B1 (Thiamin) spielt eine Rolle: Mangel kann zu Nervenstörungen führen, die sich im Ohr bemerkbar machen.
Melatonin: Wenn der Tinnitus den Schlaf raubt
Melatonin wird bei Tinnitus häufig unterschätzt. Es wirkt nicht direkt auf das Ohrgeräusch selbst, aber es unterbricht einen gefährlichen Kreislauf: Wer schlecht schläft, nimmt den Tinnitus tagsüber intensiver wahr. Je intensiver der Tinnitus wahrgenommen wird, desto schwerer schläft man ein.
Mehrere Studien belegen einen positiven Effekt. In einer randomisierten Studie mit 3 mg Melatonin täglich über drei Monate sank die Tinnitusbelastung signifikant (gemessen mit dem Tinnitus Handicap Inventory), stärker als bei einer Vergleichsgruppe mit Sertralin. Melatonin hat zudem antioxidative Eigenschaften und kann die Haarzellen des Innenohrs schützen. Einnahme: 0,5 bis 3 mg, 30 Minuten vor dem Schlafengehen. Für Menschen, deren Tinnitus primär nachts belastet, ist dies eines der wirksamsten verfügbaren Supplements. Wichtig: Meiner Erfahrung nach kommt nicht jeder mit Melatonin zurecht. Auch ist die Dosierung sehr individuell, weshalb ich empfehle, mit 1 mg zu starten.
Ashwagandha: Wenn das Nervensystem zu hochgedreht ist
Wer mit Tinnitus zu kämpfen hat, kennt das Muster: Der Pegel steigt, die Gedanken kreisen, der Stress wird mehr und der Tinnitus lauter. Hier kann Ashwagandha gute Dienste leisten.
Ashwagandha (Withania somnifera) ist ein klassisches Adaptogen aus der ayurvedischen Medizin. Adaptogene helfen dem Körper, besser mit Stress umzugehen, ohne sedierend zu wirken. Die Studienlage ist mittlerweile solide: Eine Untersuchung von Chandrasekhar et al. (2012) zeigte, dass standardisierter Ashwagandha-Extrakt (KSM-66) den Cortisolspiegel um knapp 28 Prozent senken und das subjektive Stressempfinden deutlich reduzieren konnte. Weitere Studien belegen positive Effekte auf Schlafqualität und Angstzustände.
Empfehlenswert sind standardisierte Extrakte wie KSM-66 pur oder Ashwagandha-Komplex-Präparate. Eine mögliche Einnahme: morgens eine Kapsel, abends zwei Kapseln. Wichtig ist das zyklische Einnehmen: vier Wochen nehmen, eine Woche Pause, dann wieder von vorn.
SAMe: Wenn der Tinnitus aufs Gemüt schlägt
S-Adenosyl-Methionin, kurz SAMe, ist eine körpereigene Verbindung, die der Körper aus der Aminosäure Methionin herstellt. Sie ist an der Synthese von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin beteiligt und schützt Zellen vor oxidativem Stress (unter anderem als Vorläufer von Glutathion).
Wer mit chronischem Tinnitus lebt, kennt den Kreislauf: Schlafmangel, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit, und ein Ohrgeräusch, das dadurch lauter wirkt. Genau hier kann SAMe ansetzen. Mehrere klinische Studien belegen antidepressive Effekte, die Placebo klar überlegen sind. In älteren Direktvergleichen mit trizyklischen Antidepressiva zeigte SAMe eine ähnliche Wirkung, bei deutlich besserer Verträglichkeit. Direkte Tinnitusstudien gibt es kaum, der Wirkmechanismus über Neurotransmitter und Zellschutz ist aber plausibel und gut belegt.
Empfehlenswert ist ein langsames Einschleichen: in der ersten Woche eine Kapsel à 200 mg morgens nüchtern, ab Woche drei bei Bedarf auf 400 mg steigern. SAMe braucht wie klassische Antidepressiva drei bis vier Wochen, bis eine Wirkung spürbar wird. Wer wirklich testen will, ob SAMe wirkt, sollte mindestens vier Wochen dranbleiben.
Wichtig: SAMe nicht kombinieren mit Antidepressiva (SSRI oder MAO-Hemmer) ohne ärztliche Rücksprache. Bei bekannter bipolarer Störung ist SAMe kontraindiziert. Ansonsten gilt es als sehr gut verträglich und sicher.
Omega-3-Fettsäuren: Relevant bei vaskulärem Tinnitus
Omega-3-Fettsäuren sind keine klassische Tinnitus-Medizin, aber bei einer spezifischen Form des Tinnitus durchaus relevant: dem vaskulären oder pulssynchronen Tinnitus. Dabei hört der Betroffene ein rhythmisches Rauschen oder Pulsieren, synchron zum Herzschlag. Ursache sind häufig veränderte Blutgefäße, Durchblutungsstörungen oder ein erhöhter Blutdruck.
Omega-3-Fettsäuren wirken antientzündlich, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und können die Gefäßgesundheit unterstützen. Sie ersetzen hier keine ärztliche Behandlung des Bluthochdrucks, können aber ergänzend sinnvoll sein. Wichtig: Wer einen pulssynchronen Tinnitus hat, sollte unbedingt ärztlich abklären lassen, ob eine vaskuläre Ursache vorliegt.
Was Supplements nicht leisten können: Der Fall Bluthochdruck
Wenn Bluthochdruck die Ursache des Tinnitus ist, helfen Nahrungsergänzungsmittel allein nicht weiter. Erhöhter Blutdruck beeinträchtigt die Blutversorgung des Innenohrs direkt, und das Ohrgeräusch ist dann ein Signal des Körpers. Hier ist medizinische Behandlung gefragt, keine Supplementierung.
Das Gleiche gilt für andere organische Ursachen: Gefäßfehlbildungen, Kiefergelenksfehlstellungen oder Medikamentennebenwirkungen. Supplements sind kein Ersatz für Diagnostik. Wer den Tinnitus noch nicht gründlich hat abklären lassen, sollte das tun, bevor Geld für Präparate ausgegeben wird.
Was Sie ohne Blutbild sicher in Eigenverantwortung nehmen können
Nicht jeder möchte oder kann sofort zum Arzt, um ein Blutbild machen zu lassen. Einige davon können Sie bedenkenlos selbst ausprobieren. Der Körper zeigt bei diesen Substanzen selbst an, wenn etwas nicht stimmt.
Magnesium (Citrat oder Glycinat): Der Körper scheidet Überschuss über die Nieren aus. Zu viel zeigt sich durch weichen Stuhl. Bei Nierenerkrankungen vorher mit dem Arzt sprechen.
B12 (Methylcobalamin): Wasserlöslich, Überschuss wird ausgeschieden. Keinerlei Risiko bei normaler Dosierung.
CoQ10: Sehr gut verträglich, keine bekannten Risiken bei normaler Dosierung (100 bis 200 mg).
NAC: Sicher bei üblicher Dosierung (600 mg). Gelegentlich leichte Magenreaktionen, dann mit dem Essen nehmen.
Alpha-Liponsäure: Gut verträglich. Diabetiker sollten den Blutzucker beobachten, da leicht blutzuckersenkend.
Omega-3 (Fischöl oder Algenöl): Eines der bestuntersuchten Supplements überhaupt. Sehr sicheres Profil.
Melatonin (0,5 bis 3 mg): Für den kurzfristigen Einsatz bei Schlafproblemen sehr sicher.
Ashwagandha (KSM-66): Sicher bei zyklischer Einnahme (4 Wochen nehmen, 1 Woche Pause). Nicht in der Schwangerschaft.
SAMe (200 bis 400 mg, morgens nüchtern): Wasserlöslich, kein Akkumulationsrisiko. Nicht kombinieren mit Antidepressiva (SSRI, MAO-Hemmer). Bei bekannter bipolarer Störung meiden.
Ginkgo: Sicher, aber Vorsicht bei Blutverdünnern wie Marcumar oder ASS, da Wechselwirkungen möglich sind.
Was hingegen immer ein Blutbild braucht: Zink (Überdosierung stört den Kupferstoffwechsel), Eisen (Eisenüberladung ist ernsthaft schädlich) und Vitamin D (fettlöslich, kann sich anreichern). Hier gilt: erst messen, dann supplementieren.
Supplements und Therapie: Warum beides zusammengehört
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Bei der hochdosierten Low-Level-Lasertherapie stimuliert Laserlicht die Mitochondrien in den Haarzellen des Innenohrs. Das Ziel ist, Reparaturprozesse anzustoßen und geschädigte Strukturen zu reaktivieren. Aber Mitochondrien brauchen Rohmaterial. Das wichtigste davon ist Coenzym Q10. Wer Lasertherapie macht, aber mit niedrigem CoQ10-Spiegel kommt, gibt dem Körper weniger, womit er arbeiten kann. Magnesium und B-Vitamine spielen eine ähnliche Rolle: Sie halten die Nervenstrukturen funktionsfähig, die durch die Therapie angesprochen werden sollen.
Das gilt sinngemäß auch für andere Therapieformen. EMDR braucht ein Nervensystem, das regulieren kann. Hörtraining braucht ein Gehirn, das lernfähig ist. Wer erschöpft, schlecht versorgt und unter Dauerstress steht, bringt schlechtere Ausgangsbedingungen mit.
Meine Empfehlung deshalb: Supplements parallel zur Therapie klären, nicht statt ihr. Was für Sie persönlich sinnvoll ist, hängt wie immer davon ab, was hinter Ihrem Tinnitus steckt.
Erst messen, dann schlucken
Supplements helfen. Aber nicht immer, nicht jedem, nicht blind. Kein einziges Supplement wirkt nachweislich bei allen Tinnitus-Patienten, das zeigen Cochrane-Reviews und Metaanalysen übereinstimmend. Selbst bei Ginkgo, dem meistverkauften Tinnitus-Supplement, liegt die dokumentierte Ansprechrate in Studien bei unter 20 Prozent.
Mein Rat: Zuerst die Blutwerte bestimmen lassen (Magnesium, Zink, B12, Ferritin, CoQ10 wenn möglich), die Tinnitus-Ursache klären, und dann gezielt das passende Supplement wählen. Dann wissen Sie, was der Körper braucht und was nicht.
Nahrungsergänzungsmittel bei Tinnitus: Welches Supplement passt wozu?
Lärmbedingter Tinnitus: NAC (am besten präventiv), Magnesium, CoQ10, Vitamin C/E
Stressbedingter Tinnitus mit Gedankenkreisen: Magnesium, Ashwagandha (KSM-66), B-Vitamine
Tinnitus mit Schlafproblemen: Melatonin (0,5 bis 3 mg abends), Magnesium
Altersbedingter Tinnitus: CoQ10, Zink (nach Blutbild), B12
Vaskulärer Tinnitus: Omega-3, Ginkgo (Versuch über 6 Wochen), ärztliche Abklärung vorrangig
Nachgewiesene Mangelzustände: B12 als Methylcobalamin, Zink, Magnesium je nach Befund
Tinnitus nach ototoxischen Medikamenten: NAC, Alpha-Liponsäure, CoQ10
Quellen
Die im Artikel genannten Studien und Metaanalysen sind über PubMed / PubMed Central öffentlich zugänglich:
Magnesium und Tinnitus: Cevette et al. 2011 (Mayo Clinic, Phase-2-Studie) – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22249877
CoQ10 und Tinnitus (Charité Berlin): Khan et al. 2007 – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17210337
CoQ10 und Presbyakusis: Abbasi et al. 2025 – pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11750638
NAC bei militärischem Lärmtrauma: Rosenhall et al. 2019 (39% Risikoreduktion) – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30653365
Melatonin vs. Sertralin bei Tinnitus: Abtahi et al. 2017 – pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5609358
Ginkgo biloba, Cochrane-Review: Hilton et al. 2013 – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23543524
Ashwagandha, Cortisol und Stressreduktion (Grundlage für Empfehlung bei stressbedingtem Tinnitus): Chandrasekhar et al. 2012 – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23439798
CoQ10 bei Statin-Myopathie: Kovacic et al. 2025 (Metaanalyse, J Nutr Sci) – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41158831
SAMe und Depression (Grundlage für Empfehlung bei emotional belastetem Tinnitus): Geng et al. 2025 (Metaanalyse, 23 RCTs) – pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11863058




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