Wie klingt Ihr Tinnitus? Ohrgeräusche beschreiben mit dem Tinnitus-Tester.
- Boris Seedorf

- vor 3 Tagen
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„Ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll" – diesen Satz hören wir in der Praxis regelmäßig. Tinnitus ist hörbar, aber oft nicht auf einfache Weise mitteilbar.
Kein Röntgenbild zeigt ihn. Kein Blutbild misst ihn. Und wenn man versucht, ihn zu beschreiben, stoßen die meisten schnell an Grenzen, „Es pfeift." – „Wie laut?" – „Naja, so... mittel." – „Wie hoch?" – „Hm." Tinnitus zu beschreiben ist schwerer, als es klingt.
Das Problem vieler Tongeneratoren
Es gibt Tools im Internet, mit denen Betroffene ihren Tinnitus nachbilden sollen. Die meisten funktionieren gleich: ein Sinuston, den man höher oder tiefer regeln kann. Das war's.
Für manche Betroffene ist das ausreichend, oft wird die Realität der meisten Tinnitusbeschwerden gar nicht abgedeckt. Viele Menschen hören gar keinen klaren Ton. Sie hören Rauschen, ein Zischen, ein feines Sirren. Ein Wogen, das sich verändert. Ein Klingeln mit einem leichten Pulsieren dahinter. Ein Brummen, das sich manchmal tiefer, manchmal weiter oben anfühlt.
Ein reiner Sinuston trifft das meistens nicht, und das merken Betroffene sofort, wenn sie solche Generatoren ausprobieren. „Das bin ich nicht", sagen sie dann. Und haben Recht.
Tinnitus beschreiben – wenn Sprache nicht reicht
„Mein Tinnitus klingt wie..." – dieser Satz ist schwerer zu vervollständigen, als man denkt. Wir haben keine wirklichen Vokabeln dafür. Rauschen, Zischen, Pfeifen – das sind grobe Schubladen, die dem individuellen Klang selten gerecht werden.
Das führt zu einem ganz konkreten Problem im Alltag: Partnern, Freunden, der eigenen Familie fällt es schwer zu verstehen, womit Betroffene es täglich zu tun haben. Nicht aus mangelndem Mitgefühl, sondern weil sie schlicht keinen Zugang zu diesem Klang haben. Worte reichen dafür nicht. Eine Audiodatei schon eher.

Was der Tinnitustester anders macht
Aus diesem Grund haben wir den Tinnitustester entwickelt – kostenlos, ohne Anmeldung, direkt im Browser nutzbar. Statt einem einzigen Sinuston gibt es sechs verschiedene Klangmodelle:
Pfeifton – der klassische hohe Dauerton
Brummton – tief, schwer, manchmal fast körperlich spürbar
Rauschen / Zischen – helles oder dumpfes Breitbandrauschen
Zischen (komplex) – ein Rauschen, das sich wellenartig verändert, mit einstellbarer Schwankungsbreite und Geschwindigkeit
Klingeln / Glöckchen – mit leichtem Pulsieren
Pulsieren / Pochen – rhythmisch, manchmal im Takt des Herzschlags
Diese Klänge lassen sich einzeln oder kombiniert einstellen. Wer ein Rauschen hört, das sich überlagert mit einem leisen Pfeifton, kann beides gleichzeitig einschalten und die Lautstärkeverhältnisse angleichen. Das Ergebnis lässt sich als MP3 speichern – zum Vorspielen beim HNO, für Familienangehörige oder einfach um selbst besser zu verstehen, womit man es zu tun hat. Wer auf dem linken und rechten Ohr unterschiedliche Tinnitusklänge hört, kann beide separat aufnehmen – der Tinnitustester erstellt dann zwei getrennte MP3-Dateien, eine für links, eine für rechts.
Eine Bitte am Ende
Der Tester ist noch nicht fertig, sondern befindet sich in der Beta-Phase. Die sechs Klangmodelle decken viele Tinnitusformen ab – aber nicht alle. Wenn Ihr Tinnitus sich damit noch nicht gut abbilden lässt, würde ich mich über eine kurze Rückmeldung freuen. Was fehlt? Was kommt nah dran, trifft es aber nicht ganz?
Jede Rückmeldung hilft, den Tester weiterzuentwickeln.
Und wenn Sie wissen möchten, was hinter Ihrem Tinnitus steckt?
Den eigenen Klang zu kennen ist ein erster Schritt. Aber viele Betroffene fragen sich danach: Warum ist das überhaupt da? Und was kann wirklich helfen?
Auf der Testerseite können Sie sich den kostenlosen Tinnitus-Kompass als PDF zusenden lassen. Darin finden Sie:
5 Ursachen-Typen – damit Sie einordnen können, welche Ebene bei Ihnen beteiligt sein könnte
Das 3-Säulen-Modell – welche Behandlungsansätze wirklich relevant sind (und warum das vom Typ abhängt)
3 Übungen für Zuhause – die Sie sofort ausprobieren können, ohne Gerät und ohne Vorkenntnisse
Wir hoffen, dass der Tinnitus-Kompass Ihnen hilfreiche Orientierung gibt und freuen uns auf Rückmeldung dazu.
Herzliche Grüße
Boris Seedorf




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